Novy's (Pony)Tagebuch

25. Februar: Anreise nach Finnland

Soo, nun will ich also endlich mal damit anfangen, von meiner Zeit hier in Finnland zu berichten. Mittlerweile bin ich etwas mehr als zwei Wochen hier. Ich habe mich sehr gut eingelebt und fühle mich richtig wohl hier; Heimweh gabs bisher eigentlich auch keines. Aber nun mal von vorne...

       

Nach einer Nacht mit seeehr wenig Schlaf wurde ich von meinen Eltern nach Zürich an den Flughafen gefahren. Eigentlich war ich so gut wie gar nicht nervös, sondern freute mich einfach nur total darauf, endlich mein Traumland entdecken zu dürfen. Nachdem ich mein Gepäck aufgegeben hatte (und dafür für das Übergepäck beinahe mehr bezahlt habe als für den eigentlichen Flug), wuselte ich mit meinen Eltern noch etwas am Flughafen rum, wir assen etwas, und dann gings auch schon ans verabschieden. Meine Drohung „Wenn ihr heult, hau ich ab!“ hatte offensichtlich gewirkt, denn weder meine Mama noch mein Papa vergossen eine Träne...

     

Vor dem Scannerdingsda hatte sich eine ziemlich lange Schlange gebildet, und ich bekam es mit der Zeit etwas mit der Angst zu tun, da es noch immer so viele Leute vor mir hatte, die Uhr bereits 13.15 zeigte und ich um 13.30 beim Check-in sein musste... Ich rannte danach regelrecht zu meinem Gate, war zum Glück noch rechtzeitig und konnte mich sogar noch für einen Moment hinsetzen. Schliesslich fuhr ein Bus vor dem Ausgang vor, und wir mussten in diesen einsteigen, um zu unserem Flieger zu kommen. Wir stiegen ein, und ich suchte meinen Fensterplatz – dooferweise jedoch direkt neben dem Flügel, sodass ich nicht sonderlich viel von der Aussicht hatte.

          

Überhaupt sah das ganze irgendwie unstabil aus, also wie der Flügel angebracht war und überhaupt... Also beschloss ich, besser gar nicht erst rauszuschauen; nicht dass ich Angst hatte – wenn der Flieger abgestürzt wäre wäre ich wohl sowieso gestorben – aber ich vertiefte mich dann doch lieber in meine Janne Ahonen-Biografie und die Musik, die ich auf meinem iPod hörte. Ich erinnere mich noch, dass mich den ganzen Tag irgend ein Lied verfolgte, wobei ich immer grinsen musste weil es irgendwie für die Situation etwas makaber war, allerdings kann ich mich gerade nicht mehr daran erinnern welches es war... Vielleicht fällt es mir ja wieder ein...

            

Während des Fluges erwachte in mir dann irgendwann der Wunsch, dass ich am liebsten gar nicht mehr landen würde, und viel zu schnell kreisten wir dann auch schon über Helsinki. Ich war etwas nervös, ob ich die Mama meiner Gastmutter und ihren Lebensgefährten wirklich finden würde. Die beiden würden mit einem Namensschild auf mich warten, was bei mir im Vorfeld schon für einige Lachanfälle gesorgt hatte. Doch schlussendlich wäre dies auch gar nicht nötig gewesen, denn ich erkannte Tiina sofort, welche mich auch sogleich in die Arme schloss, ebenfalls Ari. Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut, sie schienen sich riesig zu freuen, und ich fragte mich, ob Elise und Markus genauso begeistert sein würden.

         

Während der Autofahrt vom Flughafen zum Bahnhof Pasila redeten wir über alles mögliche und lachten auch schon recht viel, die Atmosphäre war von Anfang an sehr entspannt, und ich fühlte mich wohl bei den beiden. In Pasila wurde ich dann erstmal in einen Hesburger verschleppt – ich sage euch: wenn ihr DA mal drinn wart, ist McDoof gar nichts mehr! Tausend mal toller. Ich liess Tiina und Ari für mich bestellen und sass schlussendlich vor nem riesigen Burger, Pommes, ner grossen Cola light, Käse-Chili-Bällchen und noch nem Softice mit Erdbeersosse o___O Mein erster Gedanke war: Wollen die mich mästen? Nun ja, mittlerweile glaube ich zu wissen wieso sie das machten... *grins*

           

Bald darauf hiess es auch schon wieder Abschied nehmen von Ari und Tiina, denn mein Zug würde in Kürze kommen. Also holten wir mein Gepäck aus dem Auto, gingen auf den Bahnsteig, und dank Tiina fand ich dann auch meinen Platz; ich Blindfisch hatte die Sitznummern irgendwie übersehen... Schliesslich ging es los, fünf Stunden lang quer durch Finnland. Wieder hörte ich Musik, warf ab und zu einen Blick aus dem Fenster oder auf die Bildschirme über uns, auf denen die folgenden Haltestellen angezeigt wurden. Irgendwann stand dort plötzlich Tampere, und ich klebte regelrecht am Fenster, konnte aufgrund der Dunkelheit jedoch nicht viel erkennen. Schade, aber wie ich eine Woche später bei Tageslicht feststellen konnte, war es auch nur eine Stadt wie jede andere. Nun ja, was hatte ich auch anderes erwartet...

           

Irgendwann stand dann tatsächlich Ylivieska auf dem Bildschirm, und ich schnappte mir meine Handgepäcktasche, die Plastiktüte mit dem riiiesigen Lunchpaket von Ari und Tina und suchte nach meinem Koffer, den ich ein Stück weiter vorne in so nem Gepäckteil deponiert hatte. Damit machte ich mich dann auf den Weg zum Ausgang. Als der Zug endlich hielt, stand ich dann vor dem Problem: Wie sollte ich Handgepäck UND den 30 kg-Koffer gleichzeitig rausbekommen? Ich übte für einen Moment, bereits wollten mir andere Fahrgäste zu Hilfe eilen, doch schlussendlich machte ich kurzen Prozess, und meine Handgepäcktasche flog in hohem Bogen aus dem Zug. Koffer und ich folgten (wenn auch nicht in hohem Bogen ;0) ).

          

Ich schleppte das Zeug also am Bahnsteig entlang. Tiina hatte mir noch gesagt, dass Elise eine weisse Jacke anhaben würde, und tatsächlich kam schon bald etwas weisses auf mich zu gestürmt. An die Begrüssung kann ich mich, ehrlich gesagt, gar nicht mehr wirklich erinnern, aber schliesslich nahm sie mir den Monsterkoffer ab und wir gingen zu ihrem Auto. Wir verstauten mein Gepäck, stiegen ein und machten uns auf den Weg zurück nach Nivala. Unterwegs begegnete wir noch einigen Hasen, die auf der Strasse rumhoppelten, und nach etwa 45 Minuten oder so erreichten wir schliesslich das Haus. Eigentlich gefiel es mir auf Ahnieb dort, schön versteckt mitten im Wald und mit tonnenweise Schnee rund herum.

           

Wir schleppten mein Gepäck in mein Zimmer, Elise wünschte mir eine gute Nacht, und kurz darauf fiel ich auch schon in mein Bett und war, obwohl es für mich eigentlich zu hell war zum schlafen (durch die Weihnachtsbeleuchtung im Garten), schlussendlich ziemlich schnell eingeschlafen.

15.3.10 08:51

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