Novy's (Pony)Tagebuch

Die erste Woche (1.-5. März)

Schliesslich wurde es Montag, mein erster „richtiger“ Arbeitstag. Wobei ich sagen muss, dass es in dieser Woche so viele Turbulenzen gab, dass ich mich kaum noch an irgendwelche Details erinnern konnte. Eigentlich lief in meinen Augen alles sehr gut, ich kam gut mit den Kids zurecht, und es gab keine weiteren Unfälle oder ähnliches, aber irgendwie sagte mir mein Gefühl trotzdem, dass irgendetwas nicht stimmte. Und tatsächlich: Am Abend erklärte mir Elise, dass sie mit Markus geredet hätte, weil sie einfach irgendwie nicht damit klar kommt, jemanden fremdes im Haus zu haben, der mit ihren Kindern umgeht etc., und dass sie deshalb überlegen, ob sie mich am Ende der Woche nach wieder Hause schicken sollten. Natürlich hatte ich nicht wirklich mit sowas gerechnet, aber irgendwie konnte ich Elise auch verstehen, ich käme wohl auch nicht damit klar wenn plötzlich jemand fremdes auftauchen und sich um meine Kinder kümmern würde...

 


Allerdings war die Situation ziemlich scheisse für mich, und ich machte mich schweren Herzens auf die Suche nach einer neuen Gastfamilie, wenn auch nur sehr widerwillig, da ich mich grundsätzlich bei Elise und Markus ja sehr wohl fühlte und mich auch die Kinder nach so kurzer Zeit schon richtig zu mögen schienen. Vor allem schaltete ich auch meine beiden Brieffreundinnen hier in Finnland ein, damit sie mir helfen konnten, etwas zu finden. Die Stimmung hier im Haus war seltsam, und dennoch gab ich mein Bestes, in der Hoffnung, dass mich Elise dann vielleicht doch noch behalten wollen würde. So wurde es schliesslich Mittwoch, mein 21. Geburtstag. Elise hatte dies am Vortag „dank“ Facebook auch noch erfahren (ich lege ja eigentlich nicht soo viel Wert auf meine Geburtstage, also hätte es mir nichts wenn sie es nicht rausgefunden hätte. Viel schlimmer für mich ist es, wenn es Leute, die es wissen müssten, vergessen...), und so bekam ich an meinem Geburtstag einen (gekauften) Geburtstagskuchen, Schokolade und Salmiak als Geschenk.


 

Und als besondere „Überraschung“ fand Elise für mich auch noch eine potentielle neue Gastfamilie hier in Nivala. Eine Freundin von ihr mit fünf Kindern, der Mann hatte eine Tierklinik, und sie hatten einen halben Zoo zu Hause. Grundsätzlich klang das alles ganz gut, und ich beschloss, mir die Familie anzusehen. Jedoch sprang der Funke zwischen mir und der Mutter von Anfang an nicht so richtig über, auch wenn die Kinder total knuffig waren und der Papa ebenfalls total sympatisch. Also sagte ich erstmal zu, immerhin würde ich weiterhin noch zwei Tage pro Woche bei Elises Familie bleiben...

Allerdings (zum Glück) fuhr diese andere Familie erstmal in den Skiurlaub nach Lappland (ich hätte mitfahren können, aber sie hatten keinen Platz mehr im Auto...), sodass ich erstmal noch bei Elise blieb, erstmal erleichtert eine Lösung gefunden zu haben, wenn auch keine, mit der ich zu 100 % glücklich war.


 

Am Donnerstag fuhr Elise dann mit den Kids zu so nem Mutter-Kind-Treffen ins Dorf, und ich blieb alleine zu Hause und durfte backen. Zum Glück hatte ich mein Schulkochbuch mitgenommen und versuchte mich mit dessen Hilfe an einem Hauscake mit Schokostückchen. Da ich keine Cakeform fand, füllte ich das ganze einfach in eine Gugelhupf-Form und schob es in den Ofen. Allerdings hatte ich die Schokostückchen wohl etwas zu grob gewürfelt, weshalb diese beim Backen alle nach unten sanken in der Teigmasse, d. h. Sie waren dann alle sozusagen oben am Kuchen, wodurch dieser nicht gerade so toll aussah. Also wurde schnell eine Schokoglasur dafür fabriziert (nur mit geschmolzener Butter und Schokolade, da ich keinen Puderzucker fand), was die Optik dann ein klein wenig verbesserte, aber wirklich gut sah das Ding dann doch auch nicht aus. Aber wenigstens war er geniessbar ;0)


 

In dieser Woche gab es dann noch einige kleinere „Zwischenfälle“, in denen Elises Paranoia stärker zu werden schien. So meinte sie eines Tages plötzlich, sie würde gerne die Zeit, in der ich nicht arbeite, alleine mit ihrer Familie verbringen, ich könne mich ja so lange in meinem Zimmer aufhalten oder draussen spazieren gehen. Ebenfalls eine solche Situation war, als sie mich fragte, ob ich mit in die Stadt fahren wolle, woraufhin ich zusagte, wieso auch nicht. Daraufhin kam: „But I want to go into the shop with the kids ALONE!“ Ich könne ja so lange in der Stadt rumlaufen oder in die Bibliothek gehen. Na toll, mit meinen kaum vorhandenen Finnischkenntnissen und überhaupt... Also blieb ich dann doch lieber zu Hause... Und ich freute mich je länger je mehr aufs Wochenende, dann würde es für mich nämlich am Samstag erst ab nach Helsinki und dann am Sonntag nach Lahti zum Skispringen gucken gehen. Ich freute mich vor allem auch total darauf, Ari und Tiina wiederzusehen, bei welchen ich auch übernachten würde. Und so wurde ich am Samstag Nachmittag von Elise und den Mädchen zum Bahnhof in Nivala gebracht und machte mich auf den Weg.

17.3.10 09:34

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