Novy's (Pony)Tagebuch

Ein Experiment

 

Gestern habe ich mit Fuego mal wieder ein kleines „Experiment“ gewagt. Ich war in letzter Zeit zufällig im Reitforum auf einen Thread zum Thema „Schweifriemen“ gestossen und habe daraufhin ein wenig gegoogelt, ob es denn auch möglich ist ohne diesen zu fahren. Ich konnte mir nämlich durchaus vorstellen, dass sich Fuego deshalb manchmal beim Fahren so anstellt – kann ja auch nicht sonderlich angenehm sein... Also fuhr ich zum Stall, streute und holte dann die Pferde wieder rein.


Fuego gönnte sich nur ein Maul voller Heu und stand dann die ganze Zeit am Paddock“tor“, als ob er wissen würde dass ich noch etwas mit ihm machen will. Ich holte unterdessen meine Kutsche und alles hervor und fütterte kurz unsere Päppelkatze, bevor ich ihn dann schliesslich holte, nur kurz die wichtigsten Stellen putzte und dann gleich mal das Selett auflegte. Ich befestigte das Sieltec-Hintergeschirr wieder daran und öffnete dann dessen Schweifriemen. Ursprünglich hatte ich vor, noch ein weiteres Stück Seil daran zu befestigen und dann die beide zusätzlichen Riemen am Hintergeschirr zu befestigen.


Jedoch passte das Hintergeschirr irgendwie hinten und vorne nicht mehr, und so entschloss ich mich, es gleich „ohne alles zu versuchen“ und habe das gesamte Hintergeschirr wieder ausgeschnallt. Zuvor hatte ich bereits die Schere der Kutsche noch etwas verstellt, sie ist nun sozusagen gerade (zuvor ging sie ja vorne leicht zusammen), sodass Fuego vorne ordentlich Platz hat. Zuvor hatten sich des öfteren die Leinen im Bogen der Schere verfangen, wenn mein Pony mal wieder meinte, eine Vollbremsung einlegen zu müssen...


Dann wurde also angespannt, und Fuego hob reflexartig den Schweif an, als ob er immer noch einen Schweifriemen drinn hätte. Auch die ersten Schritte waren etwas verkniffen, bevor er zu begreifen schien: „Hey, ich kann mich frei bewegen! Nichts mehr was drückt und ziept!“

So ging es dann los, ich hatte sicherheitshalber immer einen Fuss auf der Bremse, was sich dann aber fast als Unnötig erwies, denn ich hatte selten so ein lockeres, entspanntes und cooles Pony vor der Kutsche.


Lediglich einmal gab es kurze Probleme, als wir zu einer überdimensionalen Schlauchrolle kamen, welche zum Felder bewässern eingesetzt wurde. Ich hatte jedoch schon damit gerechnet und trat rechtzeitig auf die Bremse, als das Fu einen Sliding Stop hinlegte. Wie gewohnt versuchte er, rückwärts zu rennen und machte, als er gegen die Kutsche stiess einen überraschten Satz vorwärts und ging weiter. Dooferweise war er dabei über den einen Strang getreten, sodass ich dann doch abstieg, ihn wieder entwirrte und ihn dann erstmal an dem „Ungeheuer“ vorbeiführte, wendete und wieder zurück ging und schliesslich wieder aufstieg und ohne weitere Probleme daran vorbei fuhr.


Die Fahrt ging genau so locker weiter wie sie angefangen hatte, und ich fasste langsam Mut und liess Fu auch Traben und kurz Galoppieren, wobei er die „neu gewonnene Freiheit“ ausnutzte und richtig Gas gab, aber immer noch kontrollierbar war. Auf dem Rückweg fuhren wir gleich nochmal an dem „Ungeheuer“ vorbei, diesemal ohne Probleme; nun schienen ihm eher die Rohre am Wegrand gefährlich zu sein, aber er ging ohne zu murren daran vorbei. Ich versuchte ihn noch etwas näher dran zu lenken, damit er sie beschnuppern konnte und sah, dass sie harmlos waren. Aber näher als auf ca. nen Meter wollte er dann doch nicht ran. Egal, er ging ja trotzdem brav dran vorbei...


In flottem Trab ging es dann zurück bis ins Dorf und in gemütlichem Schritt wieder zum Stall zurück. Dort spannte ich aus. Fuego wirkte richtig glücklich und dankbar, wollte kuscheln und wurde auch ordentlich gelobt und beknuddelt. Ich wusch und ölte ihm noch kurz die Hufe und brachte ihn dann auf den Paddock. Danach wurde noch mein Grosser ein wenig beknuddelt, und schliesslich räumte ich mein Zeug weg und machte mich dann, den Jungs noch ein „Gute Nacht!“ zurufend, auf den Heimweg.

1.7.10 10:57

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